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Helmstedt

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Helmstedt 120x144px|Koordinaten fehlen
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Landkreis Helmstedt
Höhe: 123 m ü. NN
Fläche: 47 km²
Einwohner: 24.402 (30. Dez. 2008)
Bevölkerungsdichte: 520 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 38350
Vorwahlen: 05351, 05356
Kfz-Kennzeichen: HE
Gemeindeschlüssel: 03 1 54 010
Stadtgliederung: 4 Stadtteile
Adresse der Stadtverwaltung: Markt 1
38350 Helmstedt
Website:
Bürgermeister: Heinz-Dieter Eisermann (parteilos)

Helmstedt ist die Kreisstadt des Landkreises Helmstedt. Die ehemalige Universitäts- und Hansestadt liegt inmitten des Naturparks Elm-Lappwald zwischen Elm und Lappwald, jeweils ca. 40 km östlich von Braunschweig und westlich von Magdeburg an der Grenze zu Sachsen-Anhalt. Die Stadt ist Mitglied im kulturellen Städtebund der „Neuen Hanse“.

Während der Deutschen Teilung befand sich hier an der Bundesautobahn 2 der wichtigste Grenzübergang (Kontrollpunkt Helmstedt) zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Deutschen Demokratischen Republik sowie der westliche Endpunkt einer der Transitstrecken nach West-Berlin.

Helmstedt kann mit Bauwerken seit der Romanik aufwarten. Hervorzuheben sind Beispiele aus der Renaissancezeit sowie über 400 Professoren- und Fachwerkhäuser aus dem 16. und 17. Jahrhundert.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geographie

[Bearbeiten] Stadtgliederung

Helmstedt gliedert sich in 4 Ortsteile:

[Bearbeiten] Geschichte

[Bearbeiten] Frühgeschichte

Helmstedt und die Umgebung sind reich an archäologischen Fundstätten. Die ältesten Spuren hier anwesender Menschen wurden während der Ausgrabungen im Braunkohletagebau gefunden. Quer durch das Helmstedter Kreisgebiet verlief mit der Löß- auch eine Kulturgrenze. Während sich auf den fruchtbaren Lößböden bereits bäuerliche Kulturen niedergelassen hatten, lebten nördlich von Helmstedt in den Gebieten mit minderer Bodenqualität noch mittelsteinzeitliche Jäger und Sammler. Die ältesten Siedlungen errichteten die Bauern der Jungsteinzeit im 6. Jahrtausend vor Chr. Die erste bäuerliche Kultur nördlich der Lößgrenze zeichnete sich durch ihre besondere Keramik in Form von Trichterbechern aus. Diese Menschen bestatteten ihre Toten in Großsteingräbern. Bekannt sind auch die Lübbensteine westlich von Helmstedt aus dem 4. Jahrtausend vor Chr. sowie die Großsteingräber bei Süpplingenburg und Groß Steinum.

[Bearbeiten] Mittelalter

Helmstedt entwickelte sich in der Nähe des Benediktinerklosters St. Ludgeri, das um 800 als Missionszelle von Liudger, dem ersten Bischof von Münster, gegründet wurde. Es bestand stets eine enge Verbindung zum Kloster Werden (heute ein Stadtteil von Essen). Die älteste politische Einteilung der Region geht bis ins frühe Mittelalter auf die Gaue zurück. Die Region Helmstedt war Teil von Derlingau und Nordthüringgau. Im Laufe des Mittelalters ersetzten die Grafschaften die Gaue. Über Kaiser Lothar III. von Süpplingenburg fielen die umliegenden Helmstedter Besitzungen an die Welfen. Bis zum Jahr 1490 waren noch die Äbte des Klosters Werden-Ludgeri die Stadtherren von Helmstedt, die anschließend ihre Rechte an die Herzöge von Braunschweig-Lüneburg abtraten.

Helmstedt wurde als Helmonstede das erste Mal in einer Urkunde von Kaiser Otto I. im Jahr 952 erwähnt. Verbriefte Stadtrechte sind für Helmstedt bereits im Jahr 1247 durch den Abt von Werden dokumentiert.

Im Zuge des Deutschen Thronstreites zwischen den Welfen und Staufern wurde die Stadt zur Jahreswende 1199/1200 von Truppen des magdeburgischen Erzbischofs Ludolf und des Königs Philipp von Schwaben fast vollständig zerstört. Nach dem Wiederaufbau wurden die Befestigungsanlagen der Stadt verstärkt, so dass einer Belagerung im Jahr 1279 während der welfischen Erbstreitigkeiten zwischen den Söhnen des verstorbenen Herzogs Albrecht dem Großen Stand gehalten werden konnte. Nach jahrelangen kriegerischen Auseinandersetzungen wurde der als Vermittler zwischen den Kriegsparteien tätige Abt von Werden Otto II. im Jahr 1288 unter nicht näher geklärten Umständen von aufgebrachten Helmstedter Bürgern getötet. Daraufhin wurde über die Stadt und deren Bürger die Reichsacht verhängt, die erst 1290 von König Rudolf I. aufgehoben wurde.

Auf Grund seiner günstigen Verkehrslage zwischen den Handelsstraßen Lüneburg-Halberstadt und Braunschweig-Magdeburg entwickelte sich Helmstedt frühzeitig zu einem nicht unbedeutenden Handelsort. Zwischen 1426 und 1518 bestand eine Mitgliedschaft im Städtebund der Hanse, wenngleich auch als kleinstes Mitglied.

[Bearbeiten] Christianisierung und Reformation

Auf die Missionszeit um das Jahr 800 geht die Klosteranlage von St. Ludgeri in Helmstedt zurück. Gegründet als Ableger des Klosters Werden bei Essen widerstand St. Ludgeri der Reformation und bildete lange Zeit die einzige katholische Gemeinde der Region. Im Jahre 1530 fand in der Stephani-Kirche in Helmstedt die erste evangelische Predigt statt. Die Reformation setzte sich in der Stadt Helmstedt gegen den Widerstand des Klosters Ludgeri und des katholischen Herzogs Heinrich durch, wobei unter anderem das Kloster gebrandschatzt wurde. Das Umland blieb katholisch. Erst Herzog Julius führte unmittelbar nach seiner Regierungsübernahme 1568 im Land Braunschweig, und damit auch im Gebiet des späteren Landkreises Helmstedt, die Reformation ein.

[Bearbeiten] Universität Helmstedt

Die Universität Academia Julia wurde von Herzog Julius am 15. Oktober 1576 gestiftet; sein Sohn Heinrich Julius war der erste Rektor. Die Universität prägte das Leben von 1576–1810 in der Stadt, die inzwischen Mitglied der Hanse geworden war, erheblich. Die Herzöge holten Gelehrte wie den Humanisten Georg Calixt, den großen Einigungstheologen, der hier eine Schule der Philosophie gründete, den Universalgelehrten Hermann Conring, Doktor der Medizin, der Theologie, der Philosophie und Jurist zugleich, oder den berühmten Italiener Giordano Bruno, der die Lehre des Kopernikus vertrat und deswegen Jahre später in Rom auf einem Scheiterhaufen endete, an die Universität nach Helmstedt.

Die Universität beeinflusste die Entwicklung der Stadt beinahe 234 Jahre. Das Ensemble der Universitätsbauten mit dem Juleum als Hauptgebäude ist bis heute eine architektonische Augenweide. Grundlegende Veränderungen ergaben sich während der „Franzosenzeit“ 1806 bis 1813. Jérôme Bonaparte, der Bruder Napoleons, regierte das Königreich Westphalen, zu dem auch Helmstedt gehörte. Auf seinen Befehl vom 10. Dezember 1809 wurde der Universitätsbetrieb nach Ende des Wintersemesters zum 1. Mai 1810 endgültig eingestellt. Interventionen zahlreicher bedeutender Universitätsangehöriger, darunter auch der Theologieprofessor Henke, blieben erfolglos.

In der Folgezeit konnte sich Helmstedt einen Ruf als „Schulstadt“ über die Landesgrenzen hinaus erwerben. Berühmte Schüler des örtlichen Gymnasiums waren unter anderem Hoffmann von Fallersleben und die Brüder Adolf und Bruno Heusinger.

Hauptartikel: Universität Helmstedt

[Bearbeiten] Helmstedt grenzenlos

Ende des Zweiten Weltkrieges gehörte der Landkreis Helmstedt nach Rückzug der Amerikaner zur britischen Besatzungszone. Für viele Jahre verlief östlich von Helmstedt die Trennung zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Deutschen Demokratischen Republik. Der Grenzübergang Helmstedt-Marienborn an der A 2 nach Berlin gelangte zu traurigem Ruhm. Familiäre, freundschaftliche und wirtschaftliche Verbindungen zwischen Ost und West wurden unterbrochen. Als am 9. November 1989 die Grenze wieder geöffnet wurde, erlebte Helmstedt einen nie gesehenen Besucheransturm und ist seither im wahrsten Sinne des Wortes „grenzenlos“. Hier war die Freude über die Grenzöffnung und die Wiedervereinigung Deutschlands besonders groß. Um für zukünftige Generationen diesen Teil der Geschichte lebendig zu erhalten, werden Rundfahrten zu ehemaligen Grenzobjekten der Region angeboten. Diese Touren bieten eine Exkursion in die jüngste Geschichte Deutschlands.

Hauptartikel: Grenzübergang Helmstedt-Marienborn, Grenzenlos – Wege zum Nachbarn e.V.

[Bearbeiten] Landschaftsbestimmend: Die Braunkohle

Der Braunkohleabbau im Helmstedter Revier hat das Bild der Region entscheidend geprägt. Die Helmstedter Braunkohle entstand vor 50 bis 60 Millionen Jahren. 1725 wurde bei Frellstedt das erste Kohleflöz entdeckt. 1795 errichtete der Theologiestudent Johann Koch die erste Helmstedter Kohlengrube. Der Kohleabbau erfolgte unter Tage. 1872 verkaufte der Braunschweiger Herzog Wilhelm seine Braunkohlefelder an ein Bankenkonsortium, aus dem die Braunschweigische Kohlen-Bergwerke AG entstand. Sie wurde zum größten Bergbaubetrieb in der Helmstedt-Oschersleber Mulde. 1874 wurde mit Trendelbusch der erste Tagebau in Betrieb genommen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg gingen durch die Sperrung der Grenze die östlichen Produktionsanlagen verloren. Der durch die Teilung Deutschlands entstandene Tagebau Helmstedt wurde im Jahr 2002 stillgelegt. An dessen Stelle ist langfristig ein 4 Quadratkilometer großer See mit entsprechendem Freizeitwert geplant, der sich inzwischen unter dem Projektnamen Helmstedt-Harbke-See mit Grundwasser füllt.

Hauptartikel: Helmstedter Revier, Braunschweigische Kohlen-Bergwerke AG

[Bearbeiten] Einwohnerentwicklung

Einfluss auf die Bevölkerungsentwicklung hatten unter anderem die Pest 1625/1626, die Vertriebenenzuwanderung nach dem Zweiten Weltkrieg sowie Eingemeindungen im Jahr 1974.

thumb|Einwohnerentwicklung von Helmstedt
zwischen 1600 - 2005

Jahr Einwohner
1600 3.000
1620 3.115
1639 1.645
1700 3.800
1793 4.321
1830 6.237
1855 6.234
1871 7.783
Jahr Einwohner
1900 14.259
1919 16.446
1925 17.166
1940 18.349
1945 26.219
1956 29.025
1964 29.768
1970 27.326
Jahr Einwohner
1975 28.095
1980 26.718
1989 26.043
1991 26.419
1995 26.434
2000 26.152
2005 25.426

Hinweis: Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Bis 1830 handelt es sich meist um Schätzungen, danach um Volkszählungsergebnisse oder amtliche Fortschreibungen der jeweiligen Statistischen Ämter bzw. der Stadtverwaltung selbst.

[Bearbeiten] Politik

Die Stadt Helmstedt gehört zum Landtagswahlkreis 8 und zum Bundestagswahlkreis 52 Helmstedt – Wolfsburg.

[Bearbeiten] Bürgermeister

Seit dem 22. September 2003 bekleidet der parteilose Heinz-Dieter Eisermann das Amt des Bürgermeisters. Seine langjährige Wirkungsstätte Helmstedt nahm er mit seiner Kandidatur für das Bürgermeisteramt der Stadt Helmstedt wieder in den Focus. Mit fünf weiteren Bewerbern trat er als Bewerber für dieses Amt an. In einer Stichwahl am 14. September 2003 setzte sich Heinz-Dieter Eisermann schließlich gegen seinen Mitbewerber Wolfgang Kalisch durch.

siehe auch: Liste der Bürgermeister von Helmstedt

[Bearbeiten] Wappen

Im oberen Teil des Stadtwappens wird der geistliche Einfluss auf Helmstedt durch den heiligen Ludger deutlich gemacht. Er thront unter einem kleeblattförmigen Architekturbogen mit roten Dächern und der Inschrift „S.LUDGER“. Der Heilige trägt ein weißes Gewand mit roter Kasel. In seiner Rechten hält er einen goldenen Krummstab. In seiner Linken ein goldenes Buch und einen ebensolchen Heiligenschein. Im unteren Teil des Wappens wird eine silberne Zinnmauer mit offener Tür gezeigt, was damals den Begriff „Stadt“ wiedergab. Für die Farbe des Helmstedter Wappenschildes wurde blau gewählt, für die Figur des Heiligen und für das Mauerwerk weiß. Die Stadtfarben sind daher naturgemäß blau-weiß. Das Bild des Heiligen Ludger wurde am 25. Mai 1900 als endgültiges Wappen der Stadt von Prinz Albrecht, dem damaligen Regenten des Herzogtums Braunschweig, genehmigt.

[Bearbeiten] Städtepartnerschaften

Bereits seit den 1950er Jahren unterhält Helmstedt freundschaftliche Verbindungen zu anderen westeuropäischen Städten. Nach dem Fall des Eiserner Vorhanges wurden diese Aktivitäten nach Osteuropa ausgedehnt. Derzeit besteht mit folgenden Städten eine offizielle internationale Partnerschaft:

Frankreich Vitré in Frankreich seit 1978
Vereinigtes Königreich Chard im Vereinigten Königreich seit 1980
Vereinigte Staaten Albuquerque in den Vereinigten Staaten von Amerika seit 1983
Italien Fiuggi in Italien seit 1986
Deutschland Haldensleben in Deutschland seit 1990
Weißrussland Swetlahorsk in Weißrussland seit 1991
Rumänien Orăştie in Rumänien seit 2002
Türkei Konakli in der Türkei seit 2008[1]

[Bearbeiten] Patenschaften

Seit dem Jahr 1999 ist die Stadt Namenspate eines Verkehrsflugzeuges vom Typ CRJ100LR, das zur Flotte der Lufthansa CityLine gehört und die Luftfahrzeug-Kennung D-ACJJ trägt.[2]

[Bearbeiten] Kultur und Sehenswürdigkeiten

[Bearbeiten] Theater

Das Brunnen-Theater in Bad Helmstedt.

Das Brunnen-Theater mit seinen über 600 Plätzen ist kultureller Mittelpunkt der Stadt. Das Theater liegt etwa 4 km vom Stadtzenrtum entfernt im Ortsteil Bad Helmstedt mitten im Lappwald. In der von September bis Mai dauernden Saison finden jeweils 50-60 Aufführungen statt, darunter zahlreiche Gastspiele bekannter und internationaler Bühnen. Für alle nicht abonnierten Plätze in den Rängen Blau und Weiß werden Karten im freien Verkauf bis einen Tag vor der Veranstaltung angeboten. Restkarten sind, soweit vorhanden, an der Kasse des Brunnentheaters jeweils eine Stunde vor Veranstaltungsbeginn erhältlich.

Das 1815 erstmals eröffnete Kurtheater Bad Helmstedt, kam durch den Ersten Weltkrieg zum Erliegen. Das eher einfache Fachwerkgebäude wurde 1924 abgerissen und 1927 durch das heutige Theater, welches in drei Jahren neu erbaut wurde, ersetzt. Es wurde unter den Namen „Brunnen-Theater“ eröffnet.

[Bearbeiten] Museen

Das Kreis- und Universitätsmuseum Helmstedt ist eine Dauerausstellung, die sich mit der Geschichte des Landkreises Helmstedt und seiner Bewohner und der Universitätsgeschichte befasst. Sie befindet sich im ehemaligen Wein- und Bierkeller der Universität Helmstedt. Die Ausstellung präsentiert zahlreiche Originalobjekte, aber auch Fotos. Darüber hinaus haben die Besucher Gelegenheit, in Nachdrucken alter, aus der Universitätszeit stammender Bücher selbst zu stöbern. Die Dauerausstellung beginnt nach einem kurzen Überblick über archäologische Fundstätten mit der Geschichte des Landkreises Helmstedt und seiner Bewohner. Hier wird auf den Ausstellungstafeln nicht nur an berühmte Söhne und Töchter des Landkreises erinnert, sondern es werden originale Erinnerungsstücke aus der Kreisgeschichte präsentiert. Der Zweite Ausstellungsschwerpunkt befasst sich mit der Helmstedter Universitätsgeschichte. Nach einem kurzen Überblick über die geschichtlichen Abläufe werden zunächst die philosophische, medizinische, juristische und theologische Fakultät vorgestellt. Die Tafeltexte führen hier kurz in Lehrinhalte und -orte ein, sie stellen aber auch einige der Helmstedter Professorenpersönlichkeiten vor. In Vitrinen werden Gegenstände aus der Universität gezeigt.

Das Zonengrenz-Museum in Helmstedt

Der Museumshof Emmerstedt stellt die Landwirtschaft und das örtliche Handwerk vergangener Zeiten vor. Zudem wird die Ortsgeschichte von Emmerstedt dargestellt.

Das Zonengrenz-Museum in Helmstedt dokumentiert anhand von Originalobjekten, Fotografien, Modellen und lebensgroßen Inszenierungen in fünf Abschnitten die Geschichte der ehemaligen innerdeutschen Grenzen von ihren Anfängen bis zur Wiedervereinigung Deutschlands 1990. Neben Text- und Bildtafeln werden zahlreiche Originalobjekte, Fotos, Modelle und lebensgroße Darstellungen präsentiert. In der Abteilung „Das Gesicht der Grenze“ erfolgt eine beeindruckende Darstellung der Grenze mit originalem Streckmetallzaun, Warnschildern, Minen, Selbstschussanlage und einem Überblicksmodell der Sperranlagen. Wechselnde Sonderausstellungen sowie eine Museums CD-Rom und Filmmaterial runden das Angebot für die Besucher ab.

[Bearbeiten] Bauwerke

  • Der Hausmannsturm, der schon 1286 erwähnt wurde, befindet sich in der Neumärker Straße in Helmstedt. Er ist das älteste erhaltene Stadttor im Braunschweiger Land. Der Turm wurde viereckig angelegt und besitzt eine Höhe von 36 Metern. Der Tordurchgang ist durch ein Kreuzgewölbe geprägt.
  • Das Rathaus ist der Sitz des Rates und der Verwaltung der Stadt am Markt. Im Jahre 1906 im neugotischen Stil aus Sandstein gebaut, ersetzt es das alte Stadthaus, das schon 1308 urkundlich erwähnt wurde.
  • Die Universität Helmstedt war die erste protestantische Universität in Norddeutschland und bestand von 1576 bis 1810.
  • Das Türkentor wurde 1716 zum Gedenken des Sieges über die Türken im gleichen Jahr erbaut. Es diente als Einfahrt zum Domänenhof von der jetzigen Bundesstraße 1 her und stand in der Fluchtlinie zum Taubenhaus. Es wurde durch einen Fliegerangriff im Zweiten Weltkrieg stark beschädigt und 1986 an seinem jetzigen Standort wieder aufgebaut.

[Bearbeiten] Sport

Das Julius-Bad ist ein im Jahr 1976 eröffnetes Hallenbad. Es gibt vier Becken. Das Schwimmerbecker besteht aus sechs 25-m-Schwimmbahnen. Das Sprungbecken hat ein Ein- und ein Drei-Meter-Springbrett sowie eine Fünf-Meter-Sprungplattform. Das Nichtschwimmerbecken und verfügt über eine kleine Wasserrutsche in Form eines Elefanten. Im Therapie-Becken kann schnell die Wärme des Wassers geändert werden. Außerdem verfügt dieses Becken, das überwiegend für Aqua-Fitness- und Wassergymnastik-Angebote genutzt wird, über einen verstellbaren Boden. Durch An- oder Absenkung des Bodens senkt oder erhöht sich der Wasserspiegel. Die Gesamtwasserfläche des Julius-Bad beträgt 700 m². Das Julius-Bad verfügt außerdem über einen Sauna-Bereich.

Das Waldbad Birkerteich ist ein am 29. Juni 1952 eröffnetes Freibad. Es liegt mitten im Höhenzug Lappwald. Es wird auch für Freizeit- und Sport-Veranstaltungen genutzt. Das Freibad-Gelände hat eine Gesamtfläche von 27.500 m². Es gibt vier Becken. Das Schwimmerbecken, welches aus acht jeweils 50 m langen Schwimmbahnen besteht, hat eine Größe von 21x50 m. Am Ende des Schwimmerbeckens befindet sich, durch eine Starterbrücke abgegrenzt, das Sprungbecken mit einer Größe von 18x21 m und einem einzigartigen Sprungturm. Er hat zwei Drei-Meter-Sprunbretter, eine Fünf-Meter- sowie eine Zehn-Meter-Sprungplattform. Neben dem Turm steht auf jeder Seite ein Ein-Meter-Sprunbrett. Das Nichtschwimmerbecken hat eine unregelmäßig geschweifte Form und eine Wasserrutsche. Außerdem gibt es ein Planschbecken mit Wasserspielgerät und Sonnensegel. Die Gesamtwasserfläche des Waldbad Birkerteich beträgt 2.200 m², das Wasservolumen 4.250 m³.

[Bearbeiten] Vereine

[Bearbeiten] Regelmäßige Veranstaltungen

[Bearbeiten] Öffentliche Einrichtungen

[Bearbeiten] Persönlichkeiten

[Bearbeiten] Ehrenbürger

Die Stadt Helmstedt hat in ihrer Geschichte unter anderem folgende Personen mit der Ehrenbürgerschaft ausgezeichnet:

In Klammern das Jahr der Ernennung.

[Bearbeiten] Ehrenbürgermeister

[Bearbeiten] Söhne und Töchter der Stadt

  • Jacob Lucius der Jüngere (1570-1616), Typograph an der Universität Helmstedt
  • Johann Angelius Werdenhagen (1581-1652), Philosoph, Politologe und Diplomat
  • Hans Ernst von Jagemann (1584-1647), Hofbeamter und Offizier
  • Johann Heinrich Meibom (1590-1655), Arzt und Professor der Medizin an der Universität Helmstedt
  • Friedrich Ulrich Calixt (1622-1701), evangelischer Theologe
  • Brandan Meibom (1678-1740), Professor der Pathologie, Semiotik und Botanik
  • Paul Gottlieb Werlhof (1699-1767), königlich-hannoverscher Hofarzt und Dichter
  • Johann Wilhelm Wolfgang Breithaupt (1738-1818), evangelischer Theologe und Lieddichter
  • Justus Henry Christian Helmuth (1745-1825), lutherischer Theologe, Pfarrer und Professor in Philadelphia
  • Karl Gesenius (1746-1829), Theologe, Jurist und Sammler
  • Anastasius Ludwig Mencken (1752-1801), Kgl. preuß. Kabinettssekretär unter Friedrich dem Großen, Friedrich Wilhelm II. und Friedrich Wilhelm III.
  • Anton August Heinrich Lichtenstein (1753-1816), Zoologe und Bibliothekar
  • Johann Carl Daniel Curio (1754-1815), Pädagoge, Privatlehrer, Publizist
  • Karl Friedrich Häberlin (1756-1808), Jurist
  • Friedrich Theodor von Schubert (1758-1825), Astronom
  • Wilhelm Benedikt von Schirach (1779-1866), Jurist und Publizist
  • Clara Anschel (1780–?), Schriftstellerin und Schauspielerin
  • Georg Fein (1803-1869), Publizist, Dichterjurist und Politiker des Vormärz
  • Heinrich Ludolf Ahrens (1809-1881), Philologe, Pädagoge
  • Richard von Stutterheim (1809-1871), preußischer Offizier und Befehlshaber der britisch-deutschen Legion
  • Friedrich Wilhelm Schneidewin (1810-1856), Altphilologe
  • Victor von Bruns (1812-1883), Mediziner und plastischer Chirurg
  • Carl Wallmann (1816-?), bekannt als „Räuberhauptmann Rose
  • Rudolf Leuckart (1822-1898), Zoologe und Begründer der Parasitologie
  • Friedrich Karl Otto von Heinemann (1824-1904), Historiker, Direktor der Herzog-August-Bibliothek in Wolfenbüttel
  • Franz Trinks (1852-1931), Ingenieur und Erfinder
  • Robert Fricke (1861-1930), Mathematiker
  • August Wesemeier (1866-1930), Politiker
  • Carl August Flügge (1876-1948), sozial engagierter Baptistenpastor
  • Franz Linke (1878-1944), Geophysiker und Meteorologe
  • Maximilian Müller-Jabusch (1889-1961), Journalist am Berliner Tageblatt und an der Vossischen Zeitung
  • Hans Krebs (1898-1945), Offizier und Generalstabschef der Wehrmacht
  • Helmut Kramer (* 1930), Jurist und Rechtshistoriker, Richter a. D.
  • Rolf Reinemann (* 1939), Politiker und Vorsitzender der Senioren-Union in Niedersachsen
  • Eckart Sonnemann (1940-2007), Mathematiker
  • Hans-Hermann Wendhausen (* 1947), Politiker
  • Brigitta Heemann (* 1949), Politikerin
  • Frank Bsirske (* 1952), Vorsitzender der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft ver.di
  • Volker Ratzmann (* 1960), Politiker und Rechtsanwalt
  • Hartmut Leppin (* 1963), Althistoriker
  • Olivia Augustinski (* 1964), Schauspielerin und Tochter von Schauspieler Peer Augustinski
  • Ulrich Rüdiger (* 1966), Physiker und ernannter Rektor der Universität Konstanz
  • Christoph Lütge (* 1969), Ökonom und Philosoph
  • Andree Wiedener (* 1970), ehemaliger Fußballspieler
  • Wittich Schobert (* 1970), Politiker und Mitglied des Niedersächsischen Landtages

[Bearbeiten] Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben

  • Liudger (um 742-809), Gründer des Klosters St. Ludgeri
  • Altfried († 849), Abt des Klosters St. Ludgeri
  • Erasmus Ebner (1511-1577), beriet 1575 als Kirchenrat den Landesfürst bei der Errichtung der Universität Helmstedt
  • Joachim Mynsinger von Frundeck (1514-1588), Vizekanzler der Universität Helmstedt
  • Jacob Lucius der Ältere (1530-1597), Universitäts-Buchdrucker der Universität Helmstedt
  • Valentin Forster (1530-1608), Professor und Rektor an der Universität Helmstedt
  • Heinrich Paxmann (1531-1580), Professor der Medizin an der Universität Helmstedt
  • Owen Günther (1532-1615), Professor der Logik an der Universität Helmstedt
  • Johannes Caselius (1533-1613), Professor der Philosophie, Rhetorik und Ethik an der Universität Helmstedt
  • Johannes Borcholt (1535-1593), Ordinarius der juristischen Fakultät an der Universität Helmstedt
  • Reiner Reineccius (1541-1595), Historiker
  • Valentin Schindler (1543-1604), Professor an der Universität Helmstedt, Philologe und Orientalist
  • Pancraz Krüger (1546-1615), Professor der Poesie und lateinischen Sprache an der Universität Helmstedt
  • Dethard Horst (1548-1618), Professor der Rechte an der Universität Helmstedt
  • Giordano Bruno (1548-1600), italienischer Dichter und Philosoph
  • Andreas Cludius (1555-1624), Rechtswissenschaftler
  • Heinrich Meibom (1555-1625), Professor der Dichtkunst und Geschichte an der Universität Helmstedt
  • Cornelius Martini (1568-1621), Theologe und Vertreter der Reformation
  • Johann von Fuchte (1568-1622), erwarb sich 1590 den akademischen Grad eines Magisters an der Universität Helmstedt und promovierte dort 1616 zum Doktor der Theologie
  • Georg Calixt (1586-1656), Professor der Theologe an der Universität Helmstedt
  • Joachim Jungius (1587-1657), Professor für Medizin an der Universität Helmstedt
  • Johann Stucke (1587-1653), Professor der Rechtswissenschaften an der Universität Helmstedt
  • Michael Walther der Ältere (1593-1662), Professor der Theologie an der Universität Helmstedt
  • Hermann Conring (1606-1681), Professor an der Universität Helmstedt für Naturphilosophie, Medizin und Politik
  • Balthasar Cellarius (1614-1689), Generalsuperintendent und Professor an der Universität Helmstedt
  • Enoch Gläser (1628-1668), Professor der Jurisprudenz an der Universität Helmstedt
  • Gebhardt Theodor Meier (1633-1693), Professor für Ethik und Doktor der Theologie an der Universität Helmstedt
  • Heinrich Meibom (1638-1700), hatte einen Lehrstuhl für Medizin an der Universität Helmstedt inne
  • Johann Fabricius (1644-1729), deutscher lutherischer Theologe
  • Johann Andreas Schmidt (1652-1726), Professor für Kirchengeschichte an der Universität Helmstedt
  • Hermann von der Hardt (1660-1746), Professor für orientalische Sprachen an der Universität Helmstedt
  • Augustin Leyser (1683-1752), Professor und Rektor an der Universität Helmstedt
  • Lorenz Heister (1683-1758), Botaniker und Anatom
  • Polykarp Leyser IV. (1690-1728), Professor für Geschichte an der Universität Helmstedt
  • Georg Heinrich Zincken (1692-1769), Professor für Rechtswissenschaft an der Universität Helmstedt
  • Johann Lorenz von Mosheim (1693-1755), lutherischer Theologe, bekannter Kirchenhistoriker und Professor an der Universität Helmstedt
  • Franz Karl Conradi (1701-1748), deutscher Rechtswissenschaftler und Professor an der Universität Helmstedt
  • Johann Friedrich Crell (1707-1747), Professor der Anatomie und Physiologie an der Universität Helmstedt
  • Gottfried Ludwig Mencke der Jüngere (1712-1762), Professor der Rechte, Hofrat und Beisitzer an der juristischen Fakultät der Universität Helmstedt
  • Franz Dominikus Häberlin (1720-1787), Professor der Geschichte an der Universität Helmstedt
  • Johann Christian Wernsdorf I. (1723-1793), Professor der Rhetorik und Poesie an der Universität Helmstedt
  • Gottfried Christoph Beireis (1730-1809), deutscher Arzt, Physiker und Chemiker
  • Wilhelm Abraham Teller (1734-1804), Theologie und Philosophie an der Universität Helmstedt
  • Heinrich Philipp Konrad Henke (1752-1809), lutherischer Theologe und Gelehrter
  • Gottlob Ernst Schulze (1761-1833), Professor der Philosophie an der Universität Helmstedt
  • Gabriel Peter von Haselberg (1763-1838), Jurist
  • Johann Friedrich Pfaff (1765-1825), Professor für Mathematik an der Universität Helmstedt
  • Gabriel Gottfried Bredow (1773-1814), Professor der Geschichte an der Universität Helmstedt
  • Georg Friedrich Wilhelm Alers (1811-1891), deutscher Forstsachverständiger, Schriftsteller und Stifter des Clarabads in Bad Helmstedt
  • Robert Hasenfuß (1889-1970), deutscher Politiker (CDU) und Bürgermeister der Stadt Helmstedt (1949–1950 und 1964–1968)
  • Friedrich Steinhoff (1899-1983), deutscher Politiker (SPD) und von 1950 bis 1964 Bürgermeister der Stadt Helmstedt
  • Ewald Berndt (1902-1958), deutscher Politiker (SPD) und von 1946–1949 Bürgermeister der Stadt Helmstedt
  • Elisabeth Heister-Neumann (* 1955), 1992-2003 Stadtdirektorin von Helmstedt

[Bearbeiten] Sonstiges

[Bearbeiten] Literatur

  • Melsene Johansen, Helgard Helmich: Helmstedt. Sutton Verlag, Erfurt, 2004. ISBN 3-89702-758-5
  • Robert Schaper: Helmstedt in alten Ansichten Band 3. Europäische Bibliothek, Zaltbommel, 1989. ISBN 9-028-84836-3
  • Robert Schaper, Die Helmstedter Straßen – Ihre Entstehung, Lage und Benennung. Manuskript, 1986.
  • Robert Schaper: Helmstedt in alten Ansichten Band 2. Europäische Bibliothek, Zaltbommel, 1979.
  • Hans Haase: Die Universität Helmstedt 1576-1810. Bremen/Wolfenbüttel 1976, ISBN 3-87447-052-0
  • Robert Schaper: Helmstedt in alten Ansichten Band 1. Europäische Bibliothek, Zaltbommel, 1976.
  • Otto Stelzer: Helmstedt und das Land um den Elm (Deutsche Lande - Deutsche Kunst) 2. Auflage, München/Berlin 1964.
  • Friedrich August Ludewig: Geschichte und Beschreibung der Stadt Helmstedt. Helmstedt, 1821, Digitalisat

[Bearbeiten] Weblinks

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Martina Hartmann, Städtepartnerschaft zwischen Konakli und Helmstedt besiegelt, (Website der Stadt Helmstedt, 8. September 2008).
  2. Airfleets, Canadair Regional Jet - MSN 7298, (Website von Airfleets, 25. Januar 2009).

[Bearbeiten] Quelle

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